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stehen immer die Menschen. Um
unsere Heimat für sie lebenswert
zu erhalten, setze ich mich ein."

26. Oktober 2013

Braubach gedenkt Ehrenbürger Heinrich Schlusnus

Am 6. August 2013 wäre Kammersänger Heinrich Schlusnus 125 Jahre alt geworden. Aus diesem Grund würdigt die Stadt Braubach ihren Ehrenbürger in diesem Jahr auf vielerlei Weise.

Nach der Ausstellung über Braubachs bekannten Opernstar steuert das Jubiläumsjahr nun auf seinen Höhepunkt zu: Das große Festkonzert zu Ehren von Heinrich Schlusnus.


"Auf Flügeln des Gesanges"


Am Samstag, 26. Oktober 2013 ließen Kammersänger Andreas Scheibner, die sächsische Kammersängerin Ute Selbig und Pianistin Sonnhild Fiebach von der Semperoper in Dresden ihr Publikum in der historischen Barbarakirche "Auf Flügeln des Gesanges" schweben. Bei dem Liederabend zu Ehren von Kammersänger Heinrich Schlusnus wandelten die hochkarätigen Opernkünstler zusammen mit der Chorgemeinschaft Braubach unter Leitung von Jürgen Salzig auf den Spuren des berühmten Sohnes der Wein- und Rosenstadt.

Veranstaltet wurde das Konzert vom neugegründeten Kulturforum Braubach e. V. in Kooperation mit der Stadt Braubach. Ein beeindruckender Liederabend mit phantastischen Interpretationen großer Werke der deutschen und internationalen klassischen Musik.

Heinrich Schlusnus wurde 1888 in Braubach geboren und trat als Postbeamter in den Staatsdienst. Von der Wein- und Rosenstadt zog er aus, um nach dem Studium des Gesangs in Frankfurt mit seiner markanten Bariton-Stimme die Welt zu erobern. Über 25 Jahre wirkte er an der Berliner Staatsoper. Konzertreisen führten ihn durch ganz Deutschland, Europas Großstädte und mehrmals auch nach USA und Afrika.
Schlusnus blieb dennoch seiner Heimat treu. Jahr für Jahr kehrte er nach Braubach zurück, um seine Kunst den  Sangesfreunden der Region zu Gehör zu bringen. Der Erlös dieser Konzerte wurde immer für soziale Zwecke gespendet. Aus diesem Grund ehrte die Stadt ihn bereits 1924 mit der Ehrenbürgerwürde.

Nach seinem frühen Tod 1952 fand Schlusnus seine letzte Ruhestätte in einem Ehrengrab bei der Martinskapelle hoch über dem Rhein.

Ausstellung über Leben und Werk des Braubacher Ehrenbürgers

Bereits an seinem Geburtstag wurde dem großen Sohn der Stadt Braubach gedacht; mit einer Ausstellung im Rathaussaal. Helga Windscheif ist die Großnichte Heinrich Schlusnus'. Sie hatte viele Zeitungsartikel, Plakate und Programmhefte gesichtet und der Stadt für die Ausstellung über Leben und Werk ihres Ehrenbürgers zur Verfügung gestellt. Auch das Frackhemd, die Zigarettenspitze und sogar die Totenmaske des großen Meisters waren zu bestaunen.

Während der Ausstellung kamen noch einige sehr interessante Erinnerungsstücke von Braubacher Bürgern, insbesondere von August Schlusnus, dem Neffen des Kammersängers, hinzu. Viele Braubacher, aber auch Gäste, die extra angereist waren, besuchten die Ausstellung. Das zeigt, dass der berühmte Sohn der Stadt Braubach immer noch vielen Menschen in guter Erinnerung ist.


Zu Schlusnus Werk zählen 514 kommerzielle Schallplattenaufnahmen, bis auf wenige Ausnahmen alle bei der Deutschen Grammophon-Gesellschaft. Er wirkte in verschiedenen Opernaufnahmen für den Rundfunk mit, die ab den 50er Jahren auch auf LP veröffentlicht wurden, darunter in La Traviata (1942), Rigoletto (1944), Tannhäuser (1949) und in der Sizilianischen Vesper (1951).

Heinrich Schlusnus galt als der bedeutendste deutsche Lied-Interpret seiner Generation, als "vortrefflicher Verdi-Interpret" und „Liedersänger von höchstem künstlerischem Rang“, wie es im Großen Sängerlexikon über Schlusnus heißt. Seinen letzten Auftritt hatte er 1951 am Koblenzer Stadttheater als Giorgio Germont in La Traviata; im selber Jahr gab Schlusnus auch seinen letzten Liederabend in Braubach.