"Im Mittelpunkt meines Engagements
stehen immer die Menschen. Um
unsere Heimat für sie lebenswert
zu erhalten, setze ich mich ein."

19. Juni 2015

Neuigkeiten in Sachen "Umgehungsstraße"

Bekommt Braubach eine Umgehungsstraße oder nicht. Diese Frage beschäftigt die Menschen in der Wein- und Rosenstadt. Seit Gründung der Bürgerinitiative (BI) "Braubach lebenswerter e. V." hat das Thema wieder neuen Schwung bekommen.

Vertreter der Bürgerinitiative Braubach lebenswerter suchten das Gespräch mit den Verantwortlichen
des Landesbetriebs Mobilität. Thema: Umgehungsstraße für Braubach und Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt.
Foto: BI Braubach lebenswerter e. V.
In einem Gespräch von Vertretern der BI beim Landesbetrieb Mobilität (LBM), der für die Landesstraßenverwaltung in Rheinland-Pfalz zuständig ist, gab es neue Infos zu dem Jahrhundertprojekt. BI-Vorsitzender Helmut Veit und die Vorstands- und Beiratsmitglieder Markus Fischer, Dr. Heinz Gemmer, Horst Rösner, Stefan Veit und Willi Volk trafen mit LBM-Chef Bernd Hölzgen, verschiedenen Mitarbeitern der Koblenzer Behörde und dem Leiter der örtlich zuständigen LBM-Dienststelle Diez, Ulrich Neuroth, sowie dessen Stellvertreter Lutz Nink zusammen.

Aktuell läuft die Kosten-Nutzen-Untersuchung (KNU) für eine Braubacher Umgehungsstraße. Der Nutzen muss die Kosten überwiegen, damit die Umgehung überhaupt eine Chance auf Realisierung hat. Um hierfür realistische Bewertungskriterien zu erhalten, hatte der LBM bereits im Frühjahr 2014 in Braubach eine Verkehrsuntersuchung durchgeführt. Dabei wurde ein Spitzenwert von circa 9.700 Fahrzeugen ermittelt, die den Engpass am Obertor passieren. In zwei bis drei Monaten sollen die Untersuchungen abgeschlossen sein. Dann sollen sie im Rahmen einer Bürgerversammlung der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Unabhängig von dem Großprojekt Umgehungsstraße setzt sich die BI auch für mehr Verkehrssicherheit in der Braubacher Innenstadt ein. In einem Antrag an die Verbandsgemeinde bat die BI nochmals um Prüfung aller Möglichkeiten, innerorts an der Durchgangsstraße Tempo 30 anzuordnen.

Die LBM-Vertreter erklärten, dass Geschwindigkeitsreduzierungen innerorts nur in Ausnahmefällen angeordnet werden, etwa wenn eine besondere Gefährdungslage vorhanden ist. Ob eine besondere Gefährdungslage vorliegt, beurteilt eine Unfallkommission bei einer regelmäßigen Verkehrsschau. Obwohl Verbandsgemeindeverwaltung und Stadt schon mehrfach auf die häufigen Beinaheunfälle hingewiesen haben, rechtfertigen die tatsächlichen Unfallzahlen noch keine Geschwindigkeitsreduzierung. Der Anordnung von Tempo 30 wurde daher in der Vergangenheit vom LBM widersprochen.

Alle betroffenen Bürger sind daher aufgefordert auch die vielen Beinaheunfälle in Braubach, insbesondere am den Fußgängerüberwegen in der Rheinstraße, Höhe Naspa (Schulweg) und auch in der Wilhelmstraße Höhe Markuskirche (Kindergartenweg) oder auch die vielen abgefahrenen Spiegel an der Oberalleestraße konsequent bei der Polizei zur Anzeige zu bringen, damit diese Fälle dort bekannt werden.

Geschwindigkeitsreduzierungen sind aber auch zur Lärmvorsorge möglich. Am Obertor wurden bereits vor einigen Jahren Lärmberechnungen durchgeführt. Danach kam es im Bereich der Oberalleestraße zu Lärmsanierung durch den Einbau von Schallschutzfenstern.
Eine erneute Nachberechnung wird in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt. Nun haben sich aber die Grenzewerte für Lärmsanierungsmaßnahmen verändert. Daher besteht die Möglichkeit, dass nun vielleicht auch die Anwohner der Unterallee in den Genuss von Schallschutzmaßnahmen kommen. Deshalb hat dieVerbandsgemeinde eine außerplanmäßige Lärmneuberechnung am Obertor bei der örtlichen Straßenverkehrsbehörde beantragt.

Bei einer Verschlechterung der Lärmsituation könnten zusätzlich außerdem Schutzmaßnahmen durch eine Temporeduzierung in Betracht gezogen werden. Mit neuen Lärmwerten ist etwa in sechs Monaten zu rechnen.